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18.01.2012, 19:26 Uhr
VRN-KVV Verbund
Verbundlösung zwischen VRN und KVV gefordert
CDU im Kreistag bleibt am Ball
Pendler in unserer Region sowie Schülerinnen und Schüler am Schulort Östringen am meisten betroffen

Kreisräte Hans Becker, Werner Knopf, Frank Broghammer, Hans-Dieter Weis und Frank Werner engagieren sich
 
 
Die Herbeiführung einer Verbundlösung zwischen dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) ist schon seit 15 Jahren ein wichtiges Anliegen der CDU im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises. Mehrfach wurden in der Vergangenheit Versuche einer politischen Lösung unternommen. Vor einigen Monaten war ein Schreiben der CDU an die damalige Verkehrsministerin Tanja Gönner, das Land an den Kosten der Verbundlösung zu beteiligen, abschlägig beschieden worden. Zur Erinnerung: Die (Zuschuss)kosten der Herbeiführung der Verbundlösung belaufen sich laut einem Gutachten auf 1,3 Millionen Euro im Jahr. Nachdem die beiden Verkehrsverbünde KVV und VRN schon vor Jahren zugesagt hatten, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, lag es am Land, die andere Hälfte zu tragen. Dies wurde bisher mit Verweis auf geänderte rechtliche Gegebenheiten abgelehnt.  Ein erneuter Antrag an den neuen Verkehrsminister Herrmann nach dem Regierungswechsel, der nach entsprechenden Aussagen von Landtagsabgeordneten der Grünen im Kreis positive Erwartungen geweckt hatte,  wurde aktuell ebenfalls abschlägig beschieden; „Nichts Neues aus Stuttgart“; von der viel beschriebenen schwerpunktmäßigen Förderung des ÖPNV (Koalitionsvereinbarung: „Den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen“) war jedenfalls in der konkreten Anfrage nichts zu bemerken.
Die Situation ist daher für die CDU im Rhein-Neckar-Kreis noch immer unbefriedigend. Nach wie vor müssen Fahrgäste, die vom VRN-Gebiet in das KVV-Gebiet fahren, zwei Fahrscheine lösen. Konkret: Pendler aus dem Rhein-Neckar-Kreis mit Fahrtziel Karlsruhe fahren mit dem Auto nach Bad Schönborn, um dort die jeweilige Fahrkarte zu lösen. Ebenso wenig hinnehmbar ist die Situation, dass ein Großteil der über 2500 Schülerinnen und Schüler im Schulzentrum Östringen, die  aus dem Rhein-Neckar-Kreis kommen, keine Gelegenheit haben, außerhalb der  Schulzeiten nach Östringen oder zurück zu kommen, geschweige denn die Möglichkeiten des KVV nutzen zu können. Durch diese Situation wird trotz Maxx-Tickets eine Vielzahl an vermeidbaren Individualfahrten („Taxi Mama“) herbeigeführt, die mit sinnvollem Klimaschutz nicht vereinbar sind.
Nun ist der KVV vor wenigen Tagen ohne vorherige Absprache mit dem Rhein-Neckar-Kreis bzw. dem VRN von sich aus nach vorne geprescht ist und hat für die Einwohner des Landkreises Karlsruhe und Nutzer des KVV mit Fahrtrichtung VRN Gebiet das Problem einseitig und entscheidend gelöst. Es wurde eine Fahrkartenkombination in den VRN hinein vereinfacht herbeigeführt. Die hierdurch entstehenden Kosten werden vom KVV und vom Landkreis Karlsruhe getragen. So gibt es zum Beispiel ein „Abo Plus KVV/VRN“, mit welchem das gesamte Gebiet des KVV und des VRN genutzt werden kann; statt bisher 141,90 Euro kostet dieses einheitliche Ticket jetzt nur noch 105,45 Euro für den Kunden.
Diese Situation ist für die CDU im Rhein-Neckar-Kreis überhaupt nicht akzeptabel. Die CDU fordert ein „Nachziehen“ des VRN um diese Benachteiligung der Einwohner des Rhein-Neckar-Kreises gegenüber den Einwohnern des Landkreises Karlsruhe zu beseitigen. In einem Gespräch bei Landrat Stefan Dallinger Anfang Januar bekräftigten die CDU Kreisräte aus der „Grenzregion“ zum KVV die Forderung, sich für eine Verbundlösung auch in die südliche Richtung einzusetzen. Die Bitte an Landrat Stefan Dallinger lautete, schnellstmöglich auf den VRN einzuwirken, um auch für die Pendler aus dem Rhein-Neckar-Kreis eine akzeptable Lösung herbeizuführen. Die CDU- Fraktion geht davon aus, dass die Mehrkosten vom VRN getragen werden, genauso wie der Rhein-Neckar-Kreis über die Verbandsumlage Übergangstarife in anderen Gebieten den VRN ebenfalls über die Verbandsumlage mitfinanziert. Landrat Stefan Dallinger sagte zu, sich für eine Lösung stark zu machen, und kündigte baldige Gespräche mit dem Verkehrsverbund sowie den betroffenen Kommunen zu. Die CDU wird diese Gespräch abwarten und am Thema dranbleiben.

Hans Becker