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08.02.2012, 22:07 Uhr
Karl Klein Abschied; Pressebericht
„Bürgermeister Karl Klein ist bis zum heutigen Tag einer von uns geblieben“
Volles Haus bei der Abschiedsfeier in der Kraichgauhalle / Würdigung der Verdienste durch Bürgermeisterstellvertreter Hans Josef Hotz
 
Mühlhausen – rka – „In den zurückliegenden zwanzig Jahren hat die Gemeinde Mühlhausen eine stetige Aufwärtsentwicklung genommen und hat sich unter der Verantwortung von Karl Klein zu einer dynamischen, modernen und geschätzten Wohngemeinde entwickelt, die sich im Wettbewerb mit den Nachbargemeinden sicherlich nicht verstecken muss“. Bürgermeisterstellvertreter Hans-Josef Hotz würdigte mit diesen Worten die Verdienste von Bürgermeister a. D. Karl Klein, MdL, der in einer bewegenden und eindrucksvollen Feierstunde in der Kraichgauhalle von der Gemeinde, den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Gruppierungen, von Vertretern aus Politik Kirchen, Schulen und Kindergärten, Firmen, Unternehmern, Handwerkern und Dienstleistern, Repräsentanten der globalen Wirtschaft, den großen Förderern dieser Region, den Bürgermeistern und Vertretern der Nachbargemeinden, des Gemeindetags, der Zweckverbände, der Gerichtsbarkeit, von vielen Vertretern des öffentlichen Lebens verabschiedet wurde, unter ihnen auch der Gründer der SAP, Dietmar Hopp.
 
Ihnen allen entbot Bürgermeister Jens Spanberger einen herzlichen Willkommensgruß. Er wies auf die umfangreichen Tätigkeiten, Verdienste und Doppelbelastungen von Karl Klein hin, durch die er schließlich an seine Grenzen gestoßen sei. Dieser Abend des Abschieds solle in erster Linie die „Meilensteine im Wirken von Karl Klein“ aufzeigen. Gleichzeitig dankte Bürgermeister Spanberger seinem Vorgänger für die „hervorragende Amtsübergabe.“
 
In den Mittelpunkt seiner Rede stellte Bürgermeisterstellvertreter Hans-Josef Hotz die vielfältigen Talente des scheidenden Bürgermeisters: Meister seines Fachs, Dorfentwickler, Verkehrsplaner, Ideeengeber, Kultur-, Sport-, Vereins- und Wirtschaftsförderer, Grundstücksmakler, Schlichter, Freund der Jugend, der älteren Generation, der politisch Andersdenkenden, aller Bürgerinnen und Bürger. Dabei sei immer die sachliche und menschliche Seite die „Grundlage allen Handelns“ gewesen. Im Gemeinde- und Ortschaftsrat habe Karl Klein das „gute und vertrauensvolle Miteinander sehr sorgsam gepflegt“. Bei seinem fachlichen Einsatz habe der scheidende Bürgermeister stets ein offenes Ohr für alle Probleme der Bevölkerung gehabt. „Er hat sich stets den vielen kleinen und großen Sorgen, den Nöten, Fragen und Alltagsproblemen jedes einzelnen Bürgers angenommen. Das ist das Markenzeichen von Karl Klein“, so Hans-Josef Hotz.
 
Der Bürgermeisterstellvertreter lobte vor allem auch die ausgewogene Behandlung der einzelnen Ortsteile. Mühlhausen, Rettigheim und Tairnbach hätten sich auch in schwierigen Zeiten zu Orten entwickelt, in denen sich die Bürgerinnen und Bürger wohl fühlen und aktiv das Gemeinschaftsleben mit gestalten. So seien unter der Regie von Karl Klein wichtige und weitreichende Entscheidungen zur Verbesserung der Infrastruktur in den Gemeinden getroffen worden: Rathaus, Bürgerhaus, Gemeindezentrum, Schloss, Schulen, Kindergärten, Sportstätten, Ortskernsanierungen, Neubaugebiete, Ortsstraßen, Umgehungsstraße und vieles mehr. Dies hat nach Ansicht von Hotz die Gesamtgemeinde in der Vergangenheit „sehr ansehnlich verändert und nachhaltig geprägt“. Dabei sei ein Leitgedanke immer im Vordergrund gestanden, die Erhaltung des dörflichen Charakters der Gesamtgemeinde.
 
„Stehvermögen, Stressresistenz, diplomatisches Geschick, unablässige, nach oben hin offene Hartnäckigkeit“ bescheinigte Hans-Josef Hotz dem scheidenden Bürgermeister bei der Beschaffung der dazu notwendigen finanziellen Mittel – auch bei aussichtslos erscheinenden Projekten. Dies habe ihm großes Ansehen und Anerkennung in der Bevölkerung, aber auch hohen Respekt über alle Parteigrenzen hinaus verschafft. So sei diese Feierstunde ein würdiger Rahmen, um die hervorragenden Leistungen eines ausgesprochen dynamischen Kommunalpolitikers zu würdigen, der sein Amt als Bürgermeister stets mit Elan, Dynamik und Tatkraft wahrgenommen habe, der seine Aufgabe stets mit Augenmaß umgesetzt und das Verantwortungsgefühl für das Ganze nie aus den Augen verloren habe. „Trotz aller Leidenschaft und allem notwendigen Streben nach Erfolg war Karl Klein immer zuverlässig und verlässlich. Er blieb Bürger unserer Gemeinde. Er ist bis heute einer von uns geblieben“, so die anerkennenden Worte von Bürgermeisterstellvertreter Hans-Josef Hotz . Ein herzliches Wort des Dankes richtete er an Karl Kleins Ehefrau Ria, die sich mit viel Verzicht auf Familie und Freizeit in das öffentliche Leben der Gemeinde habe einbinden lassen. Sie sei immer bereit gewesen, ihren Mann mit der Öffentlichkeit, der Kommunalpolitik, zu teilen.
 
„Gemeinsam haben wir unsere Gemeinde zu einer lebens- und liebenswerten Heimat entwickelt“
Vertreter aus Politik, Schulen, Kirchen, Vereinen würdigen die Lebensleistung von Karl Klein / Dankesworte des scheidenden Bürgermeisters
 
„Sie wissen sicher, was Sie an Karl Klein verlieren“, mit diesem Worten des Bedauerns wandte sich Landrat Stefan Dallinger an die Mühlhausener Bürgerinnen und Bürger. In sehr persönlich gehaltenen Worten würdigte er die Persönlichkeit des scheidenden Bürgermeisters und stellte dabei die wichtigsten Eigenschaften seines Handelns heraus: Glaubwürdigkeit, Wahrhaftigkeit, Konsequenz in allen Entscheidungen, Sachkundigkeit. Karl Klein habe seine ihm anvertraute Gemeinde nicht nur verwaltet, sondern vor allem gestaltet. „Bleib uns gewogen und in Freundschaft verbunden“, so der Wunsch des Landrats. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Stephan Harbarth überbrachte auch die Grüße des Innenministers a.D. Heribert Rech und des Staatssekretärs a.D. Michael Sieber. Die vielfältigen Talente von Karl Klein machte er am ersten Buchstaben des Alphabets fest. Als Mann des „Ausgleichs“ habe er mit viel „Augenmaß“ jede Polarisierung vermieden und auf diese Weise viel bewirkt. Als „Aushängeschild“ der Gemeinde habe er weit über die Grenzen der Region eine hervorragende Visitenkarte abgegeben und als „Anwalt“ die Interessen von Mühlhausen nach außen vertreten. Als „Ansprechpartner“ habe er Bürgernähe praktiziert und den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt.
 
Die höchste Auszeichnung des baden-württembergischen Gemeindetags, die „Freiherr-von-Stein-Medaille“ überreichte dessen Präsident Roger Kehle. Karl Klein sei für seine Organisation immer ein gewichtiger Ratgeber gewesen und werde hoffentlich auch in der Zukunft ein eifriger Fürsprecher der Kommunalpolitik im Landtag sein. Für die zehn Kolleginnen und Kollegen des Bürgermeistersprengels dankte der Wieslocher Oberbürgermeister Franz Schaidhammer für das „freundschaftliche Miteinander“. Die Gemeinden rund um Wiesloch seien in der komfortablen Lage gewesen, rasch und gut informiert zu sein. Insofern habe sich das Doppelmandat für die Umlandgemeinden als nützlich erwiesen. Mit einem „Meereswasser-Rumba“ und dem „Segenslied der Sterne“ dankten die Vorschulkinder der Kindergärten der Gesamtgemeinde für die großartige Unterstützung in der vergangenen Jahren. Als Sprecherin der Kindergärten lobte Ulrike Grothe-Schneider das „offene Ohr“ von Karl Klein für die Sorgen und Wünsche der Kindergärten.
 
„Das Geheimnis des Erfolgs liegt in der Zielstrebigkeit“, betonte für alle Fraktionen des Gemeinderats Hans Becker. Für Karl Klein sei der Beruf des Bürgermeisters „Berufung“ gewesen. Mit Professionalität und Sachverstand habe er durch einen „sehr kollegialen Arbeitsstil“ überzeugt bei 226 Gemeinderatssitzungen, 209 Sitzungen des Technischen Ausschusses, 41 Sitzungen des Finanzausschusses. Mit Beharrlichkeit seien so in diesen zwanzig Jahren in allen Teilen der Gemeinde 78 Millionen Euro investiert worden. Als Geschenk für alle Fraktionen überreichten Hans Becker, Bruno Sauer und Gerhard Zörb eine Skulptur aus italienischem Marmor des Walldorfer Künstlers Willi Schneider.
 
„Mit gemischten Gefühlen“ verabschiedeten das Ratshauspersonal und die Ortsvereine durch ihren Sprecher, Hauptamtsleiter Günther Hotz, ihren „Vorgesetzten und Förderer“. Auf dem Rathaus habe Karl Klein durch sein „ausgleichendes Element“ ein gutes Arbeitsklima geschaffen. Sein Ausscheiden habe deshalb eine tiefe Lücke gerissen. Als „vereinsorientierter Bürgermeister“ habe er sich stets intensiv um die Sorgen und Nöte der Vereine gekümmert und sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützt. Für seine künftigen sportlichen Aktivitäten erhielt er als Geschenk des Personals und der Vereine ein Fahrrad. „Einen Glücksfall für die Schulen der Gemeinde“ nannte Rektor Mathias Schmidts den scheidenden Bürgermeister. Als „Jäger des versteckten Fördertopfs“ habe Karl Klein viel Kraft und auch finanzielle Mittel in die Räumlichkeiten der Schule und die dazugehörigen Sportablagen gesteckt und so einen wichtigen Standortfaktor für den Erhalt und den Ausbau der Schulen geschaffen.
 
„Viel Kraft und Gottes reichen Segen“ wünschte der ehemalige Pfarrer der Seelsorgeeinheit Mühlhausen, Manfred Tschacher, im Namen der beiden christlichen Konfessionen. Seine reichen Erfahrungen und Kenntnisse habe Karl Klein auch zum Wohl der Kirchen eingebracht. Gemeinsam habe man viele kirchliche Projekte auf den Weg gebracht. Auch bei der Ortskernsanierung und bei ortshistorischen Projekten habe man eine freundschaftliche Zusammenarbeit gepflegt. Pfarrer Wolf-Dieter Weber von der Evangelischen Kirchengemeinden schloss sich in Versform den guten Wünschen an. In bewegenden Worten dankte Christian Klein seinem Vater Karl und seiner Mutter Ria, die ihren Kindern „viel mit auf den Weg gegeben“ hätten. In der Familie, der Verwandtschaft und im Freundeskreis hätte Vater Karl immer wieder „Rückzugsgebiete“ außerhalb seiner aufreibenden Arbeit gefunden. Sein Amt habe er mit „völliger Hingabe“ ausgefüllt.
 
„Überwältigt und persönlich tief berührt“ über den so zahlreichen Zuspruch bedankte sich Bürgermeister a.D. Karl Klein bei allen Besuchern und Rednern. Der Tag der Verabschiedung sei für ihn kein leichter, aber ein emotionaler und schöner Tag. Er dankte zu allererst dem SAP-Begründer Dietmar Hopp für die freundschaftliche Verbundenheit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie für dessen „außergewöhnliches, soziales Engagement zum Segen für die Region und ihre Bürger“. Im Rückblick auf die 20 Jahre als Bürgermeister sei diese Wegstrecke ein ganz besonderer Abschnitt in seinem Leben gewesen. „Es waren arbeitsreiche und herausfordernde, aber zugleich zufriedenstellende, erfolgreiche und schöne Jahre“, so Karl Klein. Dies sei allerdings nur möglich gewesen, weil viele dazu beigetragen hätten: Die Bürgerinnen und Bürger, die ihm den Rücken gestärkt und das Vertrauen geschenkt hätten, die Entscheidungsträger der Gemeinde, die zukunftsweisende Entscheidungen getroffen hätten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die Kirchen, Schulen, Verbände und Vereine, die vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde. „Gemeinsam haben wir unsere Gemeinde zu einer lebens- und liebenswerten Heimat entwickelt“, so Karl Kleins Feststellung.
 
Besonders wichtig sei es ihm gewesen, dass Mühlhausen eine Gemeinde mit Zukunft bleibt, und die Kinder und Familien im Mittelpunkt der Investitionen stehen, dass die Bürger über eine moderne Dienstleistung und Infrastruktur verfügen, dass sich die Menschen inmitten der Gemeinde zu Hause fühlen. Darüber hinaus habe er sein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, dass das Ehrenamt gestärkt und gefördert wird, dass der Natur- uns Landschaftsraum weitgehend erhalten und geschützt wird. „In meiner Familie, aber auch im Glauben habe ich die Kraft gefunden, dieser Aufgabe mit Freude nachzukommen“, so Karl Klein abschließend.
 
Dass diese Verabschiedung von Bürgermeister Karl Klein zu einem eindrucksvollen Fest der Gesamtgemeinde wurde, dazu trugen auch die singenden und musizierenden Vereine bei: Der Kraichgau Fanfarenzug (Volker Wachter), die Musikvereine Rettigheim (Carsten Göbel) und Mühlhausen (Dominik Koch), der Evangelische Posaunenchor Tairnbach (Rüdiger Egenlauf), der Sängerbundchor „New Generation“ (Konrad Knopf) und die Tanzgarde der „Lolipops“.