Die Lage ist dramatisch , die Inzidenzen insbesondere bei Ungeimpften bewegen sich in astronomischen Höhen, die Intensivbettenauslastung liegt bundesweit und auch im Rhein-Neckar-Kreis bei über 80 %, die Hospitalisierungsrate (Zahl der CORONA-Infizierten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, die in den letzten 7 Tagen ins Krankenhaus kamen) wird die Tage die zweithöchste Stufe = 6 überschreiten; das Personal in den Intensivabteilungen der Krankenhäuser ist erschöpft, wohin führt das alles noch, oder anders gefragt, was muss denn noch alles passieren, bis auch der letzte oder die Letzte begreift, dass Impfen der einzige Ausweg aus der Krise ist?!

**Nach Prognosen der Unikliniken Ulm und ** Freiburg könnten bis Donnerstag, 25.11. 2021 landesweit zwischen 750 und über 1000 Intensivbetten für Covid-19-Fälle gebraucht werden. Derzeit sind 439 mit solchen Fällen belegt. Die Landesregierung hält die Belastungsgrenze schon bei 390 Intensivbetten für überschritten und hat deswegen die Alarmstufe ausgerufen, die vor allem Einschränkungen für Ungeimpfte vorsieht.

Nach Mitteilung der Landesregierung gebe es in 10 der 44 Stadt- und Landkreise zurzeit maximal noch ein freies Intensivbett. In 7 weiteren Kreisen seien sogar alle Betten belegt. Er warnte vor einer Lage wie in Österreich. Dort hatten die Salzburger Landeskliniken bekanntgegeben, dass ein Triage-Team zusammengestellt wird, das dann entscheidet, wer die notwendige Behandlung bekommt und wer nicht.

Der Unterschied hinsichtlich der Situation im Intensivmedizinischen Bereich zum letzten Frühjahr ist, dass es jetzt keinen „Lock down" gibt, oder besser muss es wohl heißen, noch nicht. Im „Lock down"- Zeitraum, als das Alltagsleben auf Null gestellt war, gab es weniger Unfallverletzte, weniger sonstige medizinische Notfälle und vieles mehr nicht. Das kommt jetzt noch dazu und belastet insbesondere die Beschäftigten im Intensivbereich noch mehr. Ein Zitat vom grössten Klinikum im Heilbronner Bereich, das eins zu eins auch auf den hiesigen Bereich übertragbar ist. „Die Lage an den SLK-Kliniken scheint sich zu verschärften: Notfallpatienten müssen wegen Corona-Zunahmen verlegt, Mitarbeiter kündigen aus Überlastung."

Natürlich sind auf der politischen Ebene Fehler gemacht worden , die Schließung der Impfstützpunkte im Sommer als die Impfnachfrage nachließ, das Nichtthematisieren von CORONA im Bundestagswahlkampf, das frühzeitige Ausrufen der Beendigung der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite", die Untätigkeit der Politik auf Bundesebene in der Zeit nach der Wahl zwischen geschäftsführender Bundesregierung und Ampelkoalitionären auf der anderen Seite trotz eindeutiger Warnungen aus Wissenschaft und Medizin. Diese Fehler müssen offen benannt werden. Es ist aber auch zu begrüßen, dass sich die PolitikerInnen der demokratischen Parteien in der letzten Woche zusammengerauft und über Parteiinteressen hinweg den neuen Gesetzesvorschlägen im Bundestag und auch im Bundesrat zugestimmt und dass auch die Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten Einigkeit gezeigt haben. Das ist jetzt auch dringend notwendig.

Jetzt kommt es aber vor allem auf uns alle an , auf uns, die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes und unserer Gemeinde. Überall, auch in Mühlhausen und in der ganzen Region werden zwar spät aber immerhin zusätzliche Impfangebote gemacht. Bitte machen Sie davon Gebrauch, lassen Sie sich impfen.

Und auch im „normalen" Alltagsleben sind wir gefordert, alle Vorsichtsmaßnahmen zur weiteren Ausbreitung der Pandemie zu ergreifen. Nach wie vor gilt es die AHA Regeln zu beachten:

ABSTAND halten
HYGIENE beachten
MASKE tragen im Alltag.

Hans Becker - Fraktionssprecher

Peter Becker - 1. Vorsitzender

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