Naturwanderung der CDU Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach mit dem Forstrevierleiter Bernd Niederer

„Wir geben dem Wald wieder Fläche zurück und investieren in
nachhaltige und klimaresistente Wiederaufforstungen,“ so ist zu lesen im
Strategiepapier „Gemeinde 2030“ der CDU Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach. Diesem
Thema war auch die diesjährige Naturwanderung der CDU gewidmet, die sich seit
nunmehr 30 Jahren mit dem Erhalt der Natur beschäftigt. Zu Gast waren in diesem Jahr
der Bundestagsabgeordnete Moritz Oppelt und die Landtagsabgeordnete Christiane
Staab. Bereits vor zwei Jahren hatte die CDU Mühlhausen, so der 1. Vorsitzende Peter
Becker in seiner Begrüßung, eine Baumpflanzaktion unter dem Motto „68 Mitglieder –
68 Bäume“ gestartet.
Bei einem Spaziergang erläuterte Forstrevierleiter Bernd Niederer zunächst anhand
einer Karte die Ersatzaufforstungsmaßnahmen im Zuge der Ortsumgehung B 39 im
Umfang von zehn Hektar in den Jahren 2010 bis 2013. Die Wanderer konnten dabei im
Augenschein nehmen, wie sich der neue Wald in diesen gut zehn Jahren entwickelt
hatte. Von „schwierigen Jahren mit sehr positiven Entwicklungen“ sprach Niederer,
abhängig vor allem von der Bodenqualität und den Nährstoffvorräten. Denn die Flächen
wurden zum größten Teil zuvor intensiv landwirtschaftlich genutzt. „Der durch die
Straßenbaumaßnahme verursachte Eingriff wurde mit diesen neuen Waldflächen
ökologisch hochwertig ausgeglichen,“ so der Waldexperte. Dabei setze man von Seiten
der Forstwirtschaft auf zwei Aufforstungsarten, zum einen auf die Bepflanzung, zum
anderen darauf, „was die Natur allein macht.“
Beim letzteren Vorgehen setzten sich nach und nach der Bergahorn, die Robenie und die
Waldrebe durch, schließlich auch die Buche. „Endstation“ sei schließlich ein „stabiler
Buchenwald.“ Bei gezielten Pflanzaktionen werden ungefähr 5000 Bäume pro Hektar
benötigt, die sich je nach den unterschiedlichen Standortvoraussetzungen entwickeln.
Bei der späteren Auslese werden die schönen, gut gewachsenen Bäume gefördert, wie
Bernd Niederer an Ort und Stelle demonstrierte.
Die Buche, ist nach wie vor das Sorgenkind im Mühlhausener Wald“ und trotzdem ist
sich Bernd Niederer sicher, „ sie ist eine wichtige Baumart in unseren Wäldern und wird
es auch bleiben.“ Daher sei es wichtig, auch in Buchenbeständen Mischbaumarten zu
sichern. Da die Eiche nach heutigem Wissensstand besser mit heißen Sommern
zurechtkommt als die Buche, biete sie sich als Mischbaumart im Buchenwald an. Aber in
einem stabilen Mischwald sollten mindestens vier Baumarten vertreten sein. Darüber
hinaus sei es ideal, wenn verschiedene Altersstufen zusammen wachsen, damit jüngere
Bäume immer wieder die Lücken schließen könnten. Ziel sei die „Risikostreuung“. Wenn
mehrere Baumarten zusammen aufwachsen, sei es eher verkraftbar, wenn eine Baumart
mit den Bedingungen nicht zurechtkommt.
Wie steht es um die Fichte? Die Bäume waren aus der Vergangenheit hohe
Niederschlagsmengen gewöhnt. Wenn diese fehlen, reagieren sie sehr sensibel. Und
Fichten, die unter Trockenstress leiden, sind besonders anfällig für den Borkenkäfer, er
hat ein leichtes Spiel, vor allem in Monokulturen. „In großen Teilen werden wir uns von

der Fichte verabschieden müssen. Aber sie wird trotzdem nicht vollständig aus unseren
Wäldern verschwinden“, so Niederer.
Dem Förster stellt sich also die Frage, welche Bäume den Mühlhausener Wald
widerstandsfähiger machen. Bei der Auswahl der richtigen Sorten müssen mehrere
Faktoren beachtet werden. Passt die Art zum Standort? Reicht die Nährstoffzufuhr?
Kommt der Baum mit weniger Wasser aus? Das Zauberwort heißt „klimastabiler
Mischwald“. Es ist jener Wald, der auch in achtzig bis hundert Jahren mit dem sich
wandelnden Klima klarkommt, auch in trockenen und heißen Jahren. Wir brauchen also
„enkeltaugliche Wälder“. „Den Superbaum gibt es leider nicht, deshalb setzen wir auf
eine Mischung aus verschiedenen Baumarten,“ so erklärt der Forstexperte. Auf die
Frage, welches die Bäume der Zukunft sind, heißt die Antwort: „Geduld! Ausprobieren
und in vielen Jahren sehen, was sich bewährt.“
Zum Abschluss der Naturwanderung trafen sich die Wanderer zu einem gemütlichen
Beisammensein an der Winzerhalle.

Für den CDU-Gemeindeverband
Rudi Kramer

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